Die Rauschgiftkriminalität in Österreich ist im Vorjahr abermals gestiegen. Laut dem vom Innenministerium veröffentlichten Suchtmittelbericht gab es 2016 insgesamt 36.235 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) – um 3.328 Anzeigen mehr als 2015. Besonders bedenklich erscheint, dass der Anteil der Ausländer, die gegen das SMG verstoßen, von Jahr zu Jahr steigt. Im Suchtmittelbericht hält das Innenministerium dazu fest: „Die Anzahl der inländischen Tatverdächtigen ist kontinuierlich seit 2007 gesunken (von 78,2 auf 61,8 Prozent), die Anzahl der ausgeforschten fremden Tatverdächtigen ist im Vergleichszeitraum kontinuierlich von 21,8 auf 38,2 Prozent gestiegen.“

Außerdem heißt es, auffällig sei „der im Jahresvergleich ständig steigende Fremdenanteil an allen Anzeigen sowie der überdurchschnittlich hohe Fremdenanteil bei den Anzeigen wegen eines Verbrechenstatbestandes“. Unter Verbrechen versteht man Straftaten, die mit mehr als dreijähriger Freiheitsstrafe bedroht sind. Im Bereich der Drogenkriminalität geht es bei den Verbrechen in der Regel um Rauschgifthändler – und hier waren 2016 mit einem Anteil von 51 Prozent erstmals die Ausländer in der Mehrheit.

Bei den ausländischen Tatverdächtigen handelt es sich oft um Einwanderer, von denen anzunehmen ist, dass sie als „Asylwerber“ nach Österreich gekommen sind. So gab es dem Innenministerium zufolge „einen beträchtlichen Anstieg bei den SMG-Delikten innerhalb eines Jahres bei den nigerianischen Staatsbürgern von 1.344 auf 1.896, den algerischen Staatsbürgen von 759 auf 1.282, den afghanischen Staatsbürgen von 689 auf 1.103 und den marokkanischen Staatsbürgern von 530 auf 850“. An anderer Stelle heißt es, „bei Staatsangehörigen aus Afghanistan und Marokko, die Asylstatus haben oder illegal aufhältig sind, ist ein Anstieg des organisierten Handels von Cannabisprodukten festzustellen“. Grund zur Sorge gibt auch der Ausblick in die Zukunft. Denn „durch die Auswirkungen der Migrationsströme, den damit gestiegenen Drogenhandel durch Asylwerber und die sich legal im Bundesgebiet Aufhältigen“ sei keine Entspannung zu erwarten.

 

[Text: B. T.; Bild: Alkivar/wikimedia.org]