Die Londoner Polizei, besser bekannt als Scotland Yard, untersucht 13 Fälle, in denen eine eigene Sonderabteilung versucht haben soll, Ermittlungen gegen Pädophile zum Scheitern zu bringen. Seit Längerem schon sorgt in Großbritannien ein Kinderschänderskandal für Schlagzeilen, in den auch hochrangige Politiker verwickelt sein sollen. Wie die Zeitung „Daily Mirror“ schreibt, geht es bei den neuen Untersuchungen um „Anschuldigungen, dass Beweise unterdrückt, Ermittlungen behindert und Vorstöße unternommen wurden, um einflussreiche Personen zu schützen.“ Die nun untersuchten Fälle reichen bis in die 1970er Jahre zurück.

Wie „Daily Mirror“ schreibt, betrifft einer der Fälle einen Minister der Regierung von Tony Blair. Nachdem Fotos des Ministers, die ihn im Urlaub mit einem verurteilten Kinderschänder zeigen, der Polizei übergaben wurden, verschwanden sie rasch. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen gegen Scotland Yard steht ein Versuch in den 1970ern, Ermittlungen zu behindern, welche die Verwicklung eines Unterhausabgeordneten in Kindesmissbrauch aufgedeckt hätten. Bei einem anderen Fall wiederum geht es um die Übernahme von Ermittlungen gegen einen Unterhausabgeordneten wegen Kindesmissbrauchs, die daraufhin eingestellt wurden.

Bei den nunmehrigen Untersuchungen geht es weiters um die unterlassene strafrechtliche Verfolgung gegen einen Regierungsbeamten wegen des Besitzes von kinderpornographischem Material, um die zu früh erfolgte Beendigung von Ermittlungen gegen einen Pädophilen-Ring in den 1970ern und um ein Parlamentsabgeordneten, der in den 1980ern nach Ermittlungen gegen einen Londoner Kinderschänderring verhaftet, aber dann ohne Auflagen wieder freigelassen wurde.

 

B. T.

 

 

(Bild: Man vyi/wikimedia.org)