Wie es aussieht, werden die wählbaren Plätze der Bundesliste der ÖVP fast zu 100 Prozent mit politischen Dilettanten besetzt sein. Bekanntlich präsentierte ÖVP-Chef Sebastian Kurz als Quereinsteiger einmal die nach einem Trainingsunfall querschnittgelähmte ehemalige Spitzensportlerin Kira Grünberg, und ein anderes Mal den Mathematikprofessor Rudolf Taschner.

Jedenfalls ist klar, was Kurz mit den Quereinsteigern oder mit politischen Überläufern wie dem ehemaligen grünen Bundesrat Efgani Dönmez bezweckt: Er will ein Signal an bestimmte Wählersegmente aussenden, etwa an gut integrierte Zuwanderer, Menschen mit Behinderung oder Wissenschafts-affine Menschen. Dass dabei die Quereinsteiger vom politischen Handwerk keine Ahnung haben, steht auf einer anderen Seite.

Aber das muss für Kurz kein Nachteil und dürfte vielmehr wohlüberlegte Strategie sein. Denn so sichert er sich einen ihm willfährig ergebenen Parlamentsklub. Der Weg der ÖVP zur „Führerpartei“, wenn man es so nennen will, geht also einen weiteren Schritt voran. Und die medial inszenierten Präsentationen der Quereinsteiger, für die sich nach dem 15. Oktober kaum jemand mehr interessieren wird, ist nichts anderes als eine reine Polit-Show für den Wahlkampf.

 

[Text: A. M.; Bild: Dragan Tatic/BMEIA]