Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek­ bekennt sich ja offen dazu, Österreich abgrundtief zu hassen. Ihre Werke sind, wie zahlreiche Arbeiten von Schriftstellern, eine groß angelegte Autotherapie.
Mit den anderen großen Protagonisten des österreichischen Literaturbetriebs verhält es sich da nicht anders; von Robert Menasse­ bis Michael Köhlmaier lauter linke, von Selbsthass zerfressene, geifernde, moralinsaure Perverslinge. Mit dem Kärntner Kollegen Josef Winkler ist es ganz ähnlich. Positiv ist zwar Thomas Glavinic zu nennen, aber das Gros der mafiös sich Preise und Gelder zuschanzenden Kulturleute ist das, was oben genannte Attribute beschreiben: Links, pervers und autoaggressiv.
Josef Winkler, der seit einiger Zeit schon nicht mehr publiziert hat, machte nun neuerlich auf sich aufmerksam. In seiner Rede zur 500-Jahr-Feier von Klagenfurt hat der Autor die FPÖ ins Visier genommen, im speziellen Jörg Haider. Er sei für eine Verlegung von Haiders Urne in eine bewachte Gefängniszelle, „denn es könnte ja sein, dass er wie ein Phoenix aus seiner Asche steigt und wieder sein Unwesen treibt“, hat der Büchner-Preisträger deponiert. Daraufhin hat die FPÖ eine Anzeige gegen Winkler wegen Verhetzung angekündigt. Winkler sei ein „linker Hassprediger“, war Kärntens FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann erzürnt. Die IG Autorinnen Autoren haben sich schließlich wegen Darmanns Wortwahl zu einer Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft veranlasst gesehen.
Winkler, 1953 auf einem Bauernhof im Kärtner Drautal geboren, konstruiert schon seit frühester Kindheit einen enormen Hass auf das Ursprüngliche, Ländliche und Eigene.
Zentrale Themen seiner Werke sind ein durchweg negativer Heimatbegriff, allgegenwärtiger Tod und jugendliche Sexualität.
Sein Debütroman „Menschenkind“, 1979 mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet, beginnt mit dem Selbstmord zweier schwuler Freunde, die sich in Winklers Heimatort erhängen. Schuld ist natürlich die Kirche, die Gesellschaft, das Dorf, die Heimat, die Bauern. Kurz: Alles, was Winklers Jugend prägte und alles, was Linke­ hassen.
Der Roman selbst gliedert sich ein in die Trilogie „Das wilde Kärnten“, eine fast tausendseitige Philippika gegen das ländliche Kärnten und eine massive sprachliche Anstrengung, in die eigene Kindheit zurückreisen zu können, in die dörflich-landwirtschaftliche Arbeitswelt und ihre Rituale.
Auch möglichst abartige Spielweisen der Sexualität stehen im Zentrum von Winklers Werk. Natürlich bedient er das Klischee einer übergriffigen, misogynen Landbevölkerung voller Prüderie und Missbrauch.
Der biographische Bezug zum Autor selbst wird nicht immer deutlich, vielmehr geht es um einen literarischen Rundumschlag, der intrinsisch korreliert wird.
In „Friedhof der bitteren Orangen­“ geht es also gar nicht einmal um die Repräsentation schwuler Lebensentwürfe oder deren Erfahrung im ländlichen Raum, sondern es wird darauf abgezielt, binäre Oppositionsstrukturen zu unterlaufen und zu entkräften, für Offenheit, Hybridität und Polyvalenz zu plädieren und Räume zu eröffnen, in denen vielfältige, prozesshafte Identitätskonzepte denkbar und lebbar werden; sprich die experimentelle Gesellschaftsutopie der Linken und deren konstruiertes Feindbild einer organischen Gesellschaft.
Winkler bereitet es offen´bar große Freude, die beiden jugendlichen Protagonisten und ihre heimlichen Handlungen auf dem Heuboden detailreich zu beschreiben. Wie starke Kärntner Bauernhände über den leicht behaarten After des hellbraun gebrannten algerischen Jungen streichen und beide ihre nackten Leiber ins sommerliche Gras strecken. Die Grenze zur Pornographie wird schnell gestreift.
Was wir jedoch mit der vorangegangenen, relativ umfassenden Aufzählung und Würdigung diverser biographischer Materialien gezeigt zu haben glauben, ist, dass es um einen halbwegs objektiven, aus vom Autor unabhängigen Quellen geschöpften, Kenntnisstand über Winklers Curriculum vitae vor dem Erscheinen seines Romanerstlings „Menschenkind“ eher schlecht bestellt ist. Was wir bis dahin über Josef Winkler wissen, wissen wir von Josef Winkler. Nun lehrt die Literaturgeschichte aber, dass – ein germanistischer Gemeinplatz – biographische Angaben der Autoren sehr oft mit Vorsicht zu genießen sind.
Obgleich es ein gutes Dutzend junger österreichischer Autoren gibt, die förderungswürdig wären, deren literarische Produktion deutlich innovativer ist als das immergleiche antinationale, perverse Geschreibsel der Etablierten, ist Winklers Heimathass es dem Land Kärnten wert gewesen, den Vorlass des Autors für 460.000 Euro aufzukaufen. Der Vorlass sei noch Josef Winklers Privatbesitz, erst wenn die öffentliche Hand ihn ankaufe, könne er professionell ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so die Begründung.
Literarisch ist Winkler allerdings wirklich nicht so bedeutend, als dass der Ankauf zu rechtfertigen wäre.
An Namen wie Musil, Roth, Trakl oder Doderer gelangen die linken Wirrköpfe wie Menasse, Jelinek und Winkler weder qualitativ noch intellektuell heran – es geht wie immer um.

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[Text: A.S.; Bild: Wikipedia/Amrei-Marie, derivative work: Parzi (talk); Lizenz: CreativeCommons Attribution-Share Alike 3.0 Unported]