Gewöhnlich berichten die Mainstream-Medien über durchaus nicht immer wissenswerte Kleinigkeiten: Herzogin Kate trägt keinen BH unterm Kleid; Heidi Klum ließ sich schon wieder einmal nackt ablichten u. ä. Banalitäten.
Über den Skandal um die Osterfestspiele fehlte außer einer trockenen Mitteilung in der Wiener Zeitung vom 13. September bis Donnerstag der vorigen Woche jede Meldung. Da aber ließen die Salzburger Nachrichten die Bombe platzen: Das Kuratorium der Osterfestspiele sprach sich einstimmig (!) für Klaus Bachler als Nachfolger von Prof. Ruzicka als Intendant aus, obwohl sich der künstlerische Leiter Christian Thielemann mehrmals vehement gegen die Bestellung Bachlers ausgesprochen hat. „Mit Bachler wird das nichts...“ Und Thielemann drohte auch zu gehen, falls Bachler tatsächlich kommt: „Wenn er kommt, muss ich gehen...“. Unausgesprochener Nachsatz: „... und die Sächsische Staatskapelle auch".
Das ist wohl auch das sinistre Kalkül hinter der Bestellung von Bachler, wird doch sein Generalmusikdirektor Petrenko in München mit August 2019 die Berliner Philharmoniker übernehmen. Verlässt Thielemann Salzburg, könnten ja die Berliner wieder zurückkehren.
Was keiner bedenkt bzw. gleichgültig zu sein scheint, ist der Umstand, dass die Berliner längst nicht mehr so gut sind wie seinerzeit unter Karajan und dass Herr Petrenko Thielemann nicht das Wasser reichen kann, von Karajan ganz zu schweigen.
Es wird jedenfalls zu einer massiven Abwanderung von Publikum und Förderern kommen, was vielleicht sogar das Ende der Osterfestspiele bedeuten könnte.

[Text: H.M.; Bild: Wikipedia/Christian Michelides; Lizenz: gemeinfrei]