Die überwiegende Mehrheit der Tschechen hat mit Multikulti nichts am Hut. Das musste nun auch Lidl Tschechien erkennen. Die Tochter der deutschen Lebensmittelkette bewirbt die von ihr angebotene Herrenbekleidung mit einem Model, das ein Schwarzer ist. Doch viele Kunden halten von dieser Schleichwerbung für den Multikulturalismus nicht viel und lösten auf der Facebook-Seite von Lidl einen sogenannten „Shitstorm“ aus.

Ein Kunde äußerte seinen Ärger folgendermaßen: „Wir haben gern bei Ihnen eingekauft. Doch kommen Sie uns bitte nicht mit Multikulti!“. Ein anderer schrieb: „Übertreiben Sie es nicht etwas? Auf Werbeflyern in Tschechien erwarte ich typisch tschechische Models.“ Wiederum ein anderer drückte sich sehr drastisch aus: „Ich bin angewidert. Multikulti führt zur Auslöschung der weißen Rasse.“

Doch die tschechische Unternehmensführung von Lidl verteidigt ihre Werbung, wie Medien berichten. „Wir leben im 21. Jahrhundert, wo verschiedene Rassen zusammen existieren. Wir sehen da keine Unterschiede. Je mehr Sie von der Welt kennen, desto größere Toleranz entwickeln Sie. Deshalb beschäftigen wir Models aus allen Teilen der Welt“, postete das Unternehmen. Ob Lidl Tschechien damit die Kunden zufriedenstellt, sei dahingestellt.

Anders als in Deutschland, wo mehr als 16 Millionen Einwohner bereits einen „Migrationshintergrund“ haben, ist die Bevölkerung in Tschechien noch weitgehend ethnisch homogen. Nach Angaben des Innenministeriums lebten Ende 2014 in Tschechien, das rund 10,5 Millionen Einwohner zählt, knapp über 450.000 Ausländer. Und laut einer Anfang 2015 veröffentlichten Eurobarometer-Umfragen lehnen 74 Prozent der Tschechen eine Einwanderung aus Ländern außerhalb der EU ab.

[Text: B.T. Bild: Screenshot www.lidl.cz]