Im US-Bundesstaat Alabama hat ein Gericht die Klage eines Mannes zugelassen, die er im Namen seines abgetriebenen Kindes eingebracht hatte. Laut Medienberichten erklärt Ryan Magers in den Gerichtspapieren, dass seine Freundin, als sie in der sechsten Woche schwanger war, im Februar 2017 gegen seinen Willen eine Abtreibung durchführen ließ. Diesen Jänner reichte Magers mit Unterstützung einer Gruppe von Lebensschützern einen Antrag ein, ihn zum „persönlichen Vertreter“ des Nachlasses des abgetriebenen Fötus zu erklären. Und nur einen Monat später verklagte er das Alabama Women’s Center for Reproductive Alternatives in Huntsville, das die Abtreibung mithilfe eines Medikaments durchführte, in seinem Namen und im Namen von „Baby Roe“, wie der Fötus in den Gerichtsakten genannt wird.

Nun stimmte der zuständige Richter Frank Barger dem Antrag Magers‘ zu. Dessen Anwalt Brent Helms sagte dem Lokalsender WAAY31: „Wir haben einen Sieg errungen, es war der erste seiner Art überhaupt. Das ist das erste Nachlassverfahren, dass, soweit ich weiß, für ein abgetriebenes Baby eröffnet wurde.“ Und Helms fügte hinzu: „Wir sind zuversichtlich, und das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Die Abtreibungslobby sieht sie Sache naturgemäß anders. So ließ die Feministin Erin Matson über Twitter wissen: „Das ist die logische Folge der Tätigkeit der Abtreibungsgegner. Föten werden wie Menschen behandel, nicht aber Frauen und Menschen, die schwanger werden können.“ Und das Nachrichtenseite „Daily Beast“ zitiert die Abtreibungsaktivistin Amanda Reyes: „Die heutige Entscheidung des Nachlassgerichtes ist einfach völlig schockierend.“ Die Abtreibungslobby hofft nun auf den Obersten Gerichtshof der USA. Denn in der Vergangenheit hatte das Höchstgericht wiederholt entschieden, dass Frauen vor einer Abtreibung keine Zustimmung ihres Partners einholen müssen.

Im Übrigen ist Alabama vorbildlich in Sachen Lebensschutz. Ende November 2018 wurde in die Verfassung des Bundesstaates ein Zusatz aufgenommen, mit welchem „die Gewährleistung des Schutzes des ungeborenen Lebens“ und die „Unantastbarkeit ungeborenen Lebens und die Rechte ungeborener Kinder, einschließlich des Rechts auf Leben, anzuerkennen und zu unterstützen“, zu einem politischen Ziel Alabamas erklärt wird. Rechtsexperten betonen, dass mit diesem Verfassungszusatz ein „fötales Persönlichkeitsrecht“ geschaffen wurde, das besagt, dass das Leben mit der Empfängnis beginnt.

[Text: B.T.; Bild: www.wikipedia.org/Elkin lalangui10; Lizenz: CC BY-SA 4.0]