Die Sitzordnung des neuen Bundestags ist noch ein Fall von Streitereien. Gänzlich kindisch sind die gewählten Volksvertreter von kleinlicher Distanzeritis getrieben, statt sich um ihre wirklichen Aufgaben zu kümmern. So will die neu in den Reichstag gewählte FDP nicht neben der AfD sitzen und versucht, dies auch trotzig umzusetzen, eine Reaktion, die man gewöhnlich von Kindern erwartet, aber nicht von Personen, die die Geschicke des Landes lenken sollen. 64 Jahre lang, von 1949 bis 2013, saß die FDP im Bundestagsplenum ganz rechts neben CDU/CSU. Nun will sie unbedingt links von der Union und damit neben den Grünen sitzen, da sie sich angeblich als neue „Mitte“ präsentieren will, und nicht zwischen CDU/CSU und den wohl ganz rechts platzierten Abgeordneten der AfD. Aber auch andere Politiker haben Bedenken, die AfD ganz rechts zu platzieren, hätte sie doch dann – zumindest optisch und räumlich – die größte Nähe zur Regierungsbank. Ein wahrlich teures Kasperltheater für den Steuerzahler und Wähler.
Im Fernsehen äußerte sich die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt kürzlich interessant zum Thema der „Flüchtlingspolitik“. Vor allem angetan hatte es der Grünen der Familiennachzug  und so kritisierte sie die Entscheidung der vergangenen schwarz–roten Koalition, die diesen vorerst ausgesetzt hatte. Dabei überraschte die Grüne plötzlich mit Familienfreundlichkeit, statt mit der üblichen Ablehnung dieser „Keimzelle des Faschismus“. Stutzig machte aber ein anderes ihrer Argumente für den ungebremsten Nachzug: „Ich möchte nicht mehr diese Männer alleine hier haben, die mit ihrem Tag nichts anzufangen wissen.“ Bedeutet das etwa, dass Göring-Eckardt das Joggen ohne Personenschutz vergangen ist? Und wieso wissen die Fachkräfte nichts mit ihrer Zeit anzufangen? Deutschkurse, um die Sprache zu lernen? Und Fortbildungen für die Ärzte und Ingenieure wird es ja wohl auch geben? Oder haben sich gar besondere Formen der „Bereicherung“ auch schon bei den Grünen herumgesprochen?

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.

[Bild: ZZ-Archiv]