Bis Samstag war die Welt für Ex-Premier Robert Fico und seine sozialdemokratische SMER noch halbwegs in Ordnung: Die Partei stellte in vier Hauptstädten der acht Regionen den Bürgermeister. Ab jetzt gibt es in keiner einzigen Landeshauptstadt ein rotes Oberhaupt. In der seit jeher den Linken nicht sehr gewogenen Metropole Preßburg verzichtete die SMER auf einen eigenen Kandidaten. In der roten Hochburg Kaschau setzte es eine herbe Niederlage für die Fico-Leute. Der von der Opposition unterstützte Jaroslav Polaček behielt mit 43,29 % gegenüber seinen SMER-Mitbewerber Martin Petruško (23,82 %) locker die Oberhand. In Neusohl (Banská Bystrica), 1944 Zentrum des KP-Aufstandes gegen die Regierung Tiso, behauptete sich das bisherige parteiunabhängige Stadtoberhaupt Ján Nosko mit souveränen 75,19 %. Die Zahl der SMER-Bürgermeister in den insgesamt 2.919 Gemeinden schrumpfte von bisher 837 auf magere 592. Das Wahlergebnis ist nicht zuletzt die Folge des Mordes am jungen Aufdeckungsjournalisten Ján Kuciak (28) und seiner gleichaltrigen Verlobten Martina Kušnirova im Februar dieses Jahres. In dessen Gefolge blieb Fico nur mehr der Rücktritt als Regierungschef.

Etwas fällt auf: Die linksgebürsteten Zeitungen meldeten zwar flächendeckend den "Beginn der Kommunalwahl in der Slowakei", aber mit dem Ergebnis wollen sie nicht so recht herausrücken. Obwohl das für die Roten vernichtende Ergebnis seit Sonntag in der Früh feststeht, ist am Montag weder in den Druckausgaben noch in den Online-Meldungen davon ein Wort zu lesen. Linke Tageszeitungen wie "Standard" und "Kurier" hüllen sich in vornehmes Schweigen. Desgleichen "Die Presse", angeblich bürgerlich. Es scheint, als wolle man die Leserschaft nicht schon wieder mit einem roten Misserfolg überfordern. Selektive Information als bewährtes Motto der Links-Medien? Doch es gilt zu bedenken: Auch das Verschweigen der Wahrheit ist Lüge.

[Text: E.K.-L.; Bild: Wikipedia/Matúš Tremko; Lizenz: CC BY-SA 4.0]