Schwere Vorwürfe erhebt die britische Zeitung „The Independent“ gegen sogenannte „Freiwillige“, die in dem illegal errichteten Lager für sogenannte Flüchtlinge in Calais auf der französischen Seite des Ärmelkanals tätig sind. In dem als „Calais Dschungel“ bekannten Lagern sollen sexuelle Beziehungen zwischen „freiwilligen Helfern“ und teils minderjährigen Einwanderern an der Tagesordnung stehen. Das wiederum stößt beim UNHCR auf heftige Kritik. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk fordert für das Lager in Calais eine „Null-Toleranz“-Politik, andererseits sei die „Integrität“ der dort tätigen Gutmenschen gefährdet.

„The Independent“ lässt einen anonym bleibenden „Freiwilligen“ zu Wort kommen: „Ich habe von Burschen gehört, von denen angenommen wird, dass sie unter dem Schutzalter liegen, und die Sex mit Freiwilligen hatten. Ich habe Geschichten von Männern gehört, die im Dschungel ebenfalls die Prostituierten nützen. Ich habe von Freiwilligen gehört, die an einem Tag mit mehreren Partnern Sex hatten, nur im ihrer Neigung am nächsten Tag wieder nachzugehen. Und ich weiß auch, dass ich nur von einem kleinen Teil eines weitaus größeren Ausmaßes von Missbrauch gehört habe.“

Offenbar sind die Gutmenschinnen und Gutmenschen doch nicht so gut wie sie vorgeben. Wie der „freiwillige Helfer“ der britischen Zeitung sagte, würden weibliche Freiwillige den Geschlechtsverkehr mit den illegalen Einwanderern mit dem Gedanken vollziehen, dass diese um Sex zu haben nach Europa gekommen seien. Der Freiwillige sagte dem „Independent“ auch, dass Geschlechtsverkehr mit einer Person, die Macht und Einfluss habe, etwa, weil von ihr bessere Hilfe erwartet werde als sexueller Missbrauch definiert werden könne.

 

[Text: B. T.; Bild: VOA- Nicolas Pinault/wikimedia.org]