Die volle Wahrheit im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba soll offenbar nicht ans Tageslicht kommen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer gestrigen Debatte im britischen Unterhaus. Dabei ging es um Shaker Aamer, einen britischen Staatsbürger saudischer Herkunft, der nicht freigelassen wird, obwohl er seit 13 Jahren in dem berüchtigten Lager ohne Anklage festgehalten wird und ein Jahrzehnt „barbarischer Behandlung“ ausgesetzt gewesen sei.

Der altgediente Labour-Abgeordnete John McDonnel vermutet, was einer Freilassung Aamers entgegenstehen könnte: „Weil er zu viel weiß, was in Guantanamo Bay geschehen ist und man sicherstellen will, dass die Wahrheit nicht herauskommt, wenn er freigelassen wird? Weil er nicht nur die Verwicklung der USA sondern möglicherweise auch der britischen Geheimdienste in die illegalen, kriminellen Folterungen bezeugen kann, die in Bagram, Kandahar und Guantanamo geschehen sind?“

Aamer war 2001 in Afghanistan von lokalen Kräften gefangengenommen und dem US-Militär übergeben worden. Er wurde zuerst in Bagram und Kandahar festgehalten und später nach Guantanamo gebracht worden. Die Debatte um Aamers Freilassung hängt auch mit seinem schlechten Gesundheitszustand zusammen.

 

B. T.

 

 

(Bild: David Holt/Flickr)