Die Open Society-Stiftung des Spekulanten George Soros wird nun ihre Tätigkeit auch in der Türkei einstellen. Als Grund nannte sie, sie könne wegen „haltloser Anschuldigungen“ nicht länger in dem kleinasiatischen Land ihre Wühlarbeit leisten. Zuletzt verlängerten die türkischen Behörden ihre Untersuchungen gegen die Soros-Stiftung, der vorgeworfen wird, in die gegen Präsident Erdogan gerichteten Gezi-Park-Proteste im Frühsommer 2013 verwickelt gewesen zu sein.

Konkret geht es um mögliche Verbindungen zwischen der Open Society-Stiftung und Osman Kavala, der auch als „George Soros der Türkei“ gilt. Kavala, der von Systemmedien unter anderem als „milliardenschwerer Mäzen von Kunst und Kultur, Förderer von Demokratie und Zivilgesellschaft“ bezeichnet wird, sitzt seit einem Jahr in Haft, weil er die Anti-Erdogan-Proteste im Istanbuler Gezi Park organisiert haben soll, was für die Staatspräsident Erdogan treu ergebene Justiz „Terrorismus“ gleichkommt.

Erdogan stellte jedenfalls vor einigen Tagen eine direkte Verbindung zwischen Kavala und Soros her. „Wer steht hinter ihm (Kavala, Anm.)?“, fragte Erdogan und gab auch gleich – mit antisemitischem Unterton – die Antwort: „Der bekannte ungarische Jude Soros. Das ist ein Mann, der Leute beauftragt, Nationen auseinanderzudividieren und sie zu zertrümmern. Er hat so viel Geld und er gibt es dafür aus.“

Offen bleibt die Frage, warum sich die Soros-Stiftung aus der Türkei zurückzieht, obwohl sie laut eigenen Angaben stets in Übereinstimmung mit den türkischen Gesetzen gehandelt hat und die gegen sie erhobenen Anschuldigungen „außerhalb der Realität sind“. Das ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass Soros nicht der „Philanthrop“ ist, als der er gerne dargestellt wird, sondern vor allem eine politische Agenda verfolgt.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Niccolò Caranti; Lizenz: CC BY-SA 4.0]