Derzeit geht man in der Bundesrepublik davon aus, so zumindest die Antwort auf eine Anfrage der Linken in Bundestag, dass insgesamt 960 Personen in den vergangenen Jahren in Kriegsgebiete ausgereist waren, um sich etwa in Syrien oder dem Irak islamistischen Terrormilizen anzuschließen.
„Etwa ein Drittel der ausgereisten Personen befindet sich derzeit wieder in Deutschland. Davon sind mehr als 15 Prozent weiblich“, schrieb das Auswärtige Amt dem Bericht zufolge. Rund 50 deutsche Islamistinnen kehrten demnach inzwischen aus den umkämpften Regionen in Syrien und Irak nach Deutschland heim. Wie genau man genau mit diesen Personen umgehen soll, darüber herrscht auch noch Unklarheit. Weibliche Terroristen werden daher kaum verurteilt, da ihnen genaue Taten kaum vorgeworfen werden können und „häusliche Tätigkeiten“ derzeit nicht als Unterstützung einer terroristischen Vereinigung geahndet werden.
Allerdings gibt es derzeit auch einige IS-Symphatisanten, die die Rückkehr noch nicht geschafft haben und derzeit in Ländern wie etwa dem Irak sitzen, in denen Sozialarbeiter und gutmenschliche Versuche einer Resozialisierung für die Betreuung von Terroristen derzeit nicht vorgesehen sind.
Derzeit befinden sich daher auch im Irak vier deutsche Frauen in Haft. Vor allem der Fall der 50-jährigen Lamia K. sorgt derzeit für Aufsehen. 2014 war die gebürtige Marokkanerin in ein vom IS besetztes Gebiet gereist, um in einem wahrhaft islamischen Land nach den Regeln ihrer Religion zu leben, wie sie bei der Befragung mitteilte.
Und beim IS sei sie nur ein „kleines Licht“ gewesen. Allerdings hatten die deutschen Behörden die Möchtegern-Dschihadisten bereits 2010 im Visier. Im Irak erklärte nun Richter Abdel Settar Bairakdar die Frau für schuldig. Sie habe „logistische Unterstützung und Hilfe für die Terrorgruppe geleistet, um Verbrechen zu verüben“. Das Urteil lautet Tod durch Erhängen.

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