In der Folge von Pro-Erdogan-Demonstrationen in Wien hat nun Bundeskanzler Christian Kern darauf hingewiesen, dass österreichisch-türkische Doppelstaatsbürgerschaften rechts- und verfassungswidrig sind. Wichtig sind nun konkrete Taten, wobei auf die Forderung des freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer zu verweisen, der eine Aberkennung der eine Aberkennung der (österreichischen) Doppelstaatsbürgerschaft und einen Einbürgerungsstopp für Türken fordert, bis das Problem gelöst ist.

Tatsache ist, dass ein beträchtlicher Teil der in Österreich lebenden Türken sowohl die österreichische als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. Bekannt ist auch, dass eingebürgerte Türken in ihr Heimatland reisen und dort den Militärdienst absolvieren, um die türkische Staatsbürgerschaft wieder zu erlangen. Jedenfalls dürfte es in Zeiten moderner elektronischer Datenverarbeitung nicht allzu schwierig sein, von den türkischen Behörden, also von den Behörden eines EU-Beitrittswerbers, darüber Auskunft zu verlangen, wie viele Türken neben der Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes auch die österreichische besitzen. Und sollte sich die Türkei unwillig zeigen, in dieser Frage mit Österreich zu kooperieren, dann muss die Bundesregierung in Brüssel vorstellig werden, um Ankara verschiedene EU-Subventionen zu kürzen.

Das Problem der Doppelstaatsbürgerschaften zeigt aber auch die Integrationsunwilligkeit zahlreicher in Österreich lebender Türken. Ihre Loyalität gilt anscheinend nicht der Republik Österreich, sondern der Türkei. Und was die Frage betrifft, warum sich dann viele Türken hierzulande einbürgern lassen, drängt sich der Verdacht auf, dass es um eine bessere Ausnutzung des österreichischen Sozialsystems, insbesondere des Gesundheitswesens, geht.

 

[Text: A. M.; Bild: FPÖ]