Offenbar merken langsam selbst eher linke Politiker, dass die von ihnen über Jahre ignorierten Probleme ihnen allmählich beginnen, Wählerstimmen zu kosten. Galten Rufe nach der Abschiebung straffällig gewordener Asylanten eigentlich schon fast als Zeichen rechtsextremen Gedankengutes, werden diese Maßnahmen von den etablierten Politikern nun selbst in die Wege geleitet. In Hamburg ist es nun der Innensenator der Stadt, Andy Grote (SPD), der dafür eigens eine eigene Sonderkommission der Polizei ins Leben rufen will. Diese Soko mit dem Namen „GERAS“ (Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rückführung ausländischer Straftäter) soll, geht es nach dem SPDler, bereits am 1. November ihre Arbeit aufnehmen.

Bestehen soll die Einheit aus insgesamt fünf Beamten aus dem Landeskriminalamt und der Ausländerbehörde. Die fünfköpfige Truppe soll Abschiebungen vorbereiten und durchführen. Ein Hauptaugenmerk der Ermittlungsgruppe soll darauf liegen, schwarzafrikanische Drogendealer abzuschieben, um die Szene nachhaltig zu schwächen. Seit Jahren ist die Drogenszene auf St. Pauli, in St. Georg und im Schanzenviertel fest in der Hand von Schwarzafrikanern, wobei aber auch Syrer, Afghanen, Kurden und Türken mitschneiden. Ob bei dem neuen Kampf gegen Ausländerkriminalität auch eine Rolle spielt, dass Grote selbst in St. Pauli wohnt, ist nicht bekannt.

 

[Text: M. H.; Bild: Daniel Schwen/wikimedia.org]