Die Berichterstattung um die Hausdurchsuchung beim Verfassungsschutz, BVT, bestätigt ein Bonmot über Zeitungsjournalismus: „Nicht einmal das Gegenteil stimmt.“ A schreibt B und B schreibt A.
Oftmals in derselben Zeitung, derselben Ausgabe. Da wird der Umstand, dass der Leiter des Einsatzkommandos ein FPÖ-Mann ist, gemeinsam mit den Gerüchten über die Beschlagnahme von Rechtsextremismusdateien zu einer Verschwörungstheorie, die der SPÖ Futter für einen Untersuchungsausschuss liefert. Zufälligerweise gerät nunmehr die Fortsetzung des Untersuchungsausschusses zu den Eurofi ghtern in die Warteschleife. Dieser hätte der SPÖ Oppositionsluft entzogen und nicht zugeführt, da Darabos und Doskozil noch Erklärungsbedarf haben.
Wobei die Theorie über die Ermittlungsdaten zu den Rechtsextremismusfällen auf der nächsten Seite wieder entkräftet wird. Wer die jahrelangen Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Uwe Scheuch und Grasser mitverfolgt hat, weiß, dass eine derartige Mauschelei mit einem FPÖ-Minister ins Reich der Utopien gehört, wo auch Marx und Lenin vor sich hinschlummern. Die Antwort ist recht einfach. Sie wissen es einfach nicht. Und das liegt in der Natur der Arbeit von Geheimdiensten. Es ist geheim. Das stößt vielen Journalisten natürlich sauer auf. Schließlich entspringen viele einer Geisteshaltung, die sich darüber empört, dass Geheimdienste abhören und hacken. Jedoch wie sagte bereits De Gaulle zu seinen Generälen: „Warum wollt Ihr ein Blutvergießen vermeiden? Das ist Euer Beruf.“
In Bezug auf notwendige Reformen, welche durch seriöse Beobachter angeraten wurden, sei auf historische Beispiele verwiesen. Sowohl Carter als auch Obama haben nach medialen Entrüstungsstürmen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die Arbeit der Geheimdienste nahezu verunmöglicht. Eines der wenigen Dinge, dass im real existierenden Sozialismus funktioniert hat, waren KGB und Stasi. Möglicherweise hören die Linken auf dieses Argument.

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