Auch wenn es vielen, auch innerhalb der eigenen Partei, nicht gefällt, der als „Rechtspopulist“ eingestufte Donald Trump wurde in der Nacht auf Mittwoch endgültig zum Kandidaten der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahl im Herbst nominiert.

Der Parteitag in Cleveland, Ohio gestaltete sich trotz anfänglicher Proteste einzelner Delegierter letzten Endes zu einem Triumph des schrulligen Unternehmers.

Es war sein Sohn, der als Berichterstatter des Bundesstaates New York die definitive Nominierung verkünden durfte.

Die einzelnen Staaten gaben in alphabetischer Reihenfolge die Delegiertenstimmen für Trump bekannt. Mit den Delegierten von New York übersprang Trump dann die notwendige Marke der absoluten Mehrheit von 1239. Letzten Endes waren es schließlich mit 1725 mehr als zwei Drittel aller Delegierten, die Trump die offizielle Nominierung sicherten.

Die restliche Zeit des Parteitages, der noch bis Donnerstag dauern wird, nutzen die Republikaner um sich auf Trumps wahrscheinliche Gegenkandidatin Hillary Clinton, die in einer Woche in Pennsylvanien nominiert wird, einzuschießen. Den Höhepunkt dazu wird wohl Trump selbst am Donnerstag liefern, wenn er in seiner Nominierungsrede die Kür offiziell annimmt.

Einen Vorgeschmack dazu lieferte aber schon der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie. Der ehemalige Staatsanwalt machte in seiner Rede Hillary Clinton „den Prozess“.

Er zählte Clintons Verfehlungen auf und ließ die Delegierten urteilen: „Schuldig oder nicht schuldig?“ Nach mehreren „Schuldsprüchen“ forderte der Parteitag schließlich in Sprechchören: „Sperrt sie ein!“

Ein Detail am Rande: Gast des Parteitages war auch der Niederländer Gert Wilders. Wilders ist Parteichef der „Partij voor de Vrijheid“, die unter anderem mit der FPÖ die Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ im Europaparlament bildet.

 

[Text: W. T.; Bild: Gage Skidmore/wikimedia.org]