Die neue SPÖ-Führung kommt nicht aus dem Strampeln. Nach dem der Start von Rendi-Wagner als Kern-Nachfolgerin mehr einem Bauchfleck glich, als einem Auftrieb, verursacht durch den „frischen Wind“, den neue Gesichter an der Parteispitze üblicherweise erzeugen. Dann folgte die unbeholfene Reaktion auf die Verwaltungsreform der Regierung bei den Sozialversicherungsträgern. Mangels Argumente wurde außerparlamentarisch die Gewerkschaft auf die Straße geschickt. Sehr zum Unverständnis in der Bevölkerung. Schließlich ging es um eine längst fällige Straffung der Verwaltung mit hohem Einsparungspotential. Und nun wird es für den Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda ungemütlich.

Den ehemaligen Kulturminister, der schon wegen der „Umsiedelung“ eines dem Staat gehörenden Kunstwerkes aus dem Ministerium in die SPÖ-Parteizentrale negative Schlagzeilen machte, holt nun seine Vergangenheit als Burgtheatergeschäftsführer ein.

Bekanntlich sorgte die Geschäftsgebarung des Burgtheaters für erhebliche Verluste, die durch falsche Bilanzen teilweise kaschiert waren. Nach Aufkommen des Skandals wurde die kaufmännische Geschäftsführerin Stantejski und auch Burgtheaterdirektor Hartmann fristlos entlassen. Nach vierjähriger Ermittlung wurde das Verfahren gegen Hartmann eingestellt bzw. im Vergleichsweg beendet.

Hartmann ging nun seinerseits in die Offensive und beschuldigte den Vorgänger Stantejskis, Thomas Drozda, die Bilanzen gefälscht zu haben. Dieser leugnete und kündigte rechtliche Schritte an. Diese sind allerdings bis zum heutigen Tag nicht erfolgt,

Nun hat die Regierung den Rechnungshof beauftragt, auch die Gebarung des Burgtheaters zurzeit Drozdas zu prüfen, was bis heute nicht geschehen ist. Die seinerzeitige Prüfung bezog sich ausschließlich auf die Geschäftsjahre 2009-2014. Zuständiger Kulturminister war damals Josef Ostermayer (SPÖ).

Wenn die Recherchen von Addendum stimmen, dürfte aber bereits unter der Verantwortung von Drozda das finanzielle Debakel begonnen haben. Das sieht zumindest FPÖ-Kultursprecher Rosenkranz so, der von „massiven Vorwürfen“ gegen Drozda spricht. „Auch der Bericht des Rechnungshofes zu den späteren Jahre 2009-2014 liefere ausreichend Hinweise, dass es bereits unter Drozdas Geschäftsführung zu zahlreichen Ungereimtheiten gekommen sein müsse, so Rosenkranz.

[Text: W.T.; Bild: wikipedia.org/SPÖ Presse und Kommunikation; Lizenz: CC BY-SA 2.0]