Es ist eigentlich unglaublich, mit welchen Personen an der Spitze sich die österreichischen Sozialdemokraten um ein Weitermachen in der Regierung bemühen. Hätte es noch eines weiteren Beweises bedurft, wie wenig die SPÖ-Spitze ihre Partei im Griff hat, dann haben wir das durch das Auffliegen des jüngsten „Dirty Campaigning “ anschaulich vor Augen geführt bekommen. Wie konnte es dem Bundeskanzler passieren, der auf den Plakaten mit seiner „großen Erfahrung“ wirbt, dass er jemanden wie Herrn Silberstein beschäftigt, der nun in Israel im Gefängnis sitzt. Dies, obwohl er vor diesem Herrn laut Außenminister Kurz eindringlich gewarnt worden war. Wie kann es dem Bundeskanzler und seinem Bundesgeschäftsführer Niedermühlbichler passieren, dass seine Wahlkampftruppe eine, wohl als kriminell zu bezeichnende Internetseite betreibt. Und damit nicht genug, wie kann es dem Bundeskanzler Kern passieren, von den dafür aufgewendeten finanziellen Mitteln, einer halben Million Euro, nichts gewusst zu haben. Und natürlich hat FPÖ-Obmann Strache recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich, glaubt man Kern, um illegale Parteienfinanzierung handeln müsse. Oder weiß Kern etwa über die Verwendung der vom Steuerzahler zur Verfügung gestellten Parteienförderung auch nichts?

Die Strategie Kerns, sich auf die Position „mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“ zurückzuziehen, wenn es unangenehm wird, kennen wir ja bereits von anderen Fällen.

Da sollte doch rund ums Bundeskanzleramt eine Schutzmauer gegen terroristische Anschläge errichtet werden. Auch von diesem Millionenprojekt wussten Kern und sein Kanzleramtsminister Drozda angeblich nichts. Und das, nachdem Kern in einem Werbeclip zu sehen ist, wie er höchstpersönlich den Arbeitern eine Kiste Bier (keine Pizza) vorbei bringt. Das allerdings, bevor der Unmut in der Öffentlich über das Millionenprojekt Schutzmauer vor dem Bundeskanzleramt laut wurde.

 

[Text: W. T.; Bild: Franz Johann Morgenbesser/flickr]