Den Verlust der Macht hat die SPÖ noch lange nicht verdaut. Währenddessen machen sich die Genossen daran, den Parteiapparat zu reformieren. Und woran es bei der SPÖ krankt, zeigt ein Facebook-Posting von Marx Lercher: „Wir brauchen in der Sozialdemokratie mehr Idealisten und weniger Opportunisten“, klagt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Mit anderen Worten: Lercher gibt zu verstehen, dass die SPÖ eine Partei der Opportunisten sei. Wie diese Auffassung bei den zahlreichen kleinen Funktionären ankommt, die für die Partei ihre Freizeit opfern, sei dahingestellt.

Aber das Problem mit den Opportunisten könnte sich für die SPÖ ohnedies von selbst lösen, weil die Sozialisten – zumindest auf Bundesebene – nicht mehr an den Futtertrögen der Macht sind. Außerdem schrieb Lercher: „Wir wollen wieder die Partei der Vielen sein, die von ihrer Arbeit und nicht vom Vermögen leben.“ Anscheinend wimmelt es in der SPÖ nur so von bösen Kapitalisten, die keinen Finger rühren.

Wie die „Kronenzeitung“ meldet, sollen in der SPÖ-Zentrale schon in den kommenden Wochen „diverse Versorgungsfälle“ durch „neue, motivierte Mitarbeiter“ ersetzt werden. Offen bleibt, was mit den „diversen Versorgungsfällen“ geschieht. Werden sie in die Frühpension geschickt, werden sie zum AMS geschickt oder finden sie vielleicht doch einen Versorgungsposten im roten Wien?

[Text: B. T.; Bild: Facebook/Max Lercher]