Entgegen aller anderslautenden Beteuerungen der Politik ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland wieder am ansteigen. So stellt sich das Bundesfinanzministerium darauf ein, dass die Zahl der Erwerbslosen im kommenden Jahr um durchschnittlich 110.000 auf 2,86 Millionen steigen wird und bis 2020 werden rund 3,1 Millionen Menschen in der Bundesrepublik arbeitslos sein. Als Grund für die zunehmende Arbeitslosigkeit nennt das Ministerium die „starke Migration“ nach Deutschland. Allerdings relativiert es die Zahlen, da nach ministeriellen Schätzungen zugleich auch die Zahl der Beschäftigten bis 2020 um gut eine Million auf 44,1 Millionen steigen soll.

Dieser Anstieg, ob der Zahl der Erwerbslosen oder auch der Zahl der Beschäftigten, kommt letztendlich den Steuerzahler teuer zu stehen. Laut einer Studie zur besseren Bildungs- und Berufsintegration von sogenannten Flüchtlingen sind jährliche Investitionen von 3,5 Milliarden Euro notwendig, um die zugewanderten Fachkräfte für den Arbeitsmarkt tauglich zu machen. So müssen laut der Studie neben Sprachkursen auch Kita-Plätze, Schulplätze sowie spezielle Angebote für Flüchtlinge, die eine Ausbildung oder ein Studium beginnen wollen, angeboten werden, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten.

Zur Integration von Flüchtlingskindern werden zudem rund rund 689 Millionen Euro Kosten für 100.000 Plätze in Kindergärten veranschlagt, weitere 1,28 Milliarden Euro für 120.000 Plätze in Schulen und 1,2 Milliarden Euro für die Vorbereitung von rund 120.000 jugendlichen Einwanderern auf einen Ausbildungsplatz.

Ob die Prognose der Regierung, dass die Zahl der Erwerbstätigen stärker zunimmt als die Zahl der Arbeitslosen, schließlich stimmt, bleibt abzuwarten. Immerhin befanden sich nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Juli diesen Jahres bereits 135.000 Asylanten in Sprach- und Integrationskursen sowie weitere 32.000 in Förderkursen, um sie auf das Berufsleben in Deutschland vorzubereiten, und daher tauchten sie nicht in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf.

 

[Text: M. H.; Bild: Bettenburg/wikimedia.org]