Michael Blackburn hat die Nase voll. Nach dem der ehemalige Dozent für kreatives Schreiben und englische Literatur an der Universität Lincoln seinen Job gekündigt hatte, lässt er nun seinen Ärger freien Lauf. Blackburn hatte widerholt gegen die Dogmen der Zivilreligion der politischen Korrektheit verstoßen und in sozialen Medien angeblich „sexistische“ und „islamfeindliche“ Aussagen getätigt. Unter anderem schrieb er 2017 nach einem Terroranschlag in Manchester: „Ich weiß, die Medien haben es uns nicht gesagt, aber ich vermute, diese Terroranschläge wurden von Moslems wegen dem Islam ausgeführt.“

Auch wenn ein Vertreter der Universität Lincoln etwas von „Meinungsfreiheit“ faselt, beschreibt Blackburn im Blog der „Fortnightly Review“, welches Klima linker Intoleranz an englischen Universitäten herrscht. Unter anderem schreibt er: „Es ist unwahrscheinlich, dass die meisten Studenten, die so eifrig ihre Kameraden und Dozenten wegen falschen Denken, falschen Worten oder falschen Twittermeldungen verpetzen, etwas von der Stasi oder der Securitate gehört haben.“ Die Stasi war der Geheimdienst der kommunistischen DDR-Diktatur, die Securitate jener des kommunistischen Rumäniens.

Das findet Blackburn „schade, denn ein kurzes Kennenlernen dieser beiden Institutionen des modernen Totalitarismus kann, wenn auch nur ein kleines bisschen, einen Funken Selbsterkenntnis in ihre selbstgefälligen kleinen Geister bringen“. Dass Blackburn die politische korrekte Inquisition unserer Tage mit der Hexenjagd vergleich, überrascht nicht näher.

[Text: B.T.; Bild: www.wikipedia.org/jgaray,; Lizenz: CC BY-SA 3.0]