Seit den Ereignissen zu Silvester in Köln bricht die Debatte über die innere Sicherheit in Deutschland und inwieweit Medien und Polizei wahrheitsgemäß berichten nicht ab. Nun veröffentlichte diese Woche das Innenministerium des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen einen Bericht, der eine deutliche Sprache spricht. Nicht umsonst erklärte der nordrhein-westfälische SPD-Innenminister Ralf Jäger: „Wir haben mit jungen Nordafrikanern wirkliche Probleme“, und gab bekannt, dass sein Land keine weiteren Asylanten aus Marokko aufnehmen werde. Den offiziellen Zahlen zufolge waren im vergangen Jahr 6.444 Marokkaner in Nordrhein-Westfalen untergebracht, im Vergleich zu 2014 eine Steigerung von 353 Prozent. Und auch die Zahl der Algerier stieg um 299 Prozent auf 6.790 an.

Betrachtet man dem gegenüber die Zahlen der vorläufigen Kriminalstatistik, zeigt sich, dass jeder der im Land befindlichen Nordafrikaner, zumindest rein rechnerisch, mindestens zwei Mal straffällig geworden ist. So gingen auf 6.208 tatverdächtige Marokkaner mehr als 14.700 Straftaten. Die Gruppe der Tatverdächtigen Algerier betrug 4.995 Personen, die mehr als 13.000 Straftaten verübten. Tunesier kamen immerhin noch auf gut 2.000 Straftaten.

Dabei weist der Bericht allerdings darauf hin, dass zwar Flüchtlinge nur selten kriminell würden, jedoch „von 100 Marokkanern werden hingegen 33,6, von 100 Algeriern 38,6 straffällig“. „Die Gegenüberstellung von Straftätern, Tatverdächtigen und Ermittlungsverfahren zeigt deutlich, dass sich unter den genannten Personengruppen viele Mehrfachtäter befinden“, so das Innenministerium, welches das Täterbild noch präzisiert: „Häufig handelt es sich bei den Tatverdächtigen um alleine reisende junge Männer.“ Deliktschwerpunkte seien „Eigentums- und Rohheitsdelikte“.

 

[Text: M. H.; Bild: Dirk Vorderstraße/flickr.com]