Aufgrund einer vor einem Monat getätigten Aussage zur deutschen Geschichtspolitik und dem Berliner Holocaustdenkmal setzte die Vorstandssprecherin der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, gegen den Widerstand des Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen sowie des stellvertretenden Vorsitzenden Alexander Gauland ein Ausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke durch.

Höcke sagte am 17. Jänner: „Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Zudem forderte er von Deutschland eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. In einer anderen, den Grundsätzen der politischen Korrektheit widersprechenden Aussage sprach Höcke in Bezug auf die Masseneinwanderung von einem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“.

Für die AfD ist das Ausschlussverfahren gegen Höcke gut sieben Monate vor der Bundestagswahl am 24. September nicht unproblematisch. Da Höcke zahlreiche Anhänger in der nationalkonservativen Wählerschaft hat, besteht das Risiko einer erneuten Spaltung dieser rechtsdemokratischen Partei.

 

[Text: A. M.; Bild: Olaf Kosinsky/wikimedia.org]