Bekanntlich hat sich die steirische FPÖ bei den jüngsten Kommunalwahlen verdoppeln können. Für die am 31. Mai 2015 ins Haus stehende Landtagswahl hat sich der FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek nun ein Wahlziel von tendenziell 18 Prozent verordnete. Damit würde er das stärkste steirische FPÖ-Ergebnis aus der Haider-Zeit übertreffen. Zwar tritt Kunasek gegen eine scheinbar geschlossene rot-schwarze Einheitsfront, die sogenannte „Reformpartnerschaft“ von Landeshauptmann Voves und seinem schwarzen Stellvertreter Schützenhöfer an, er hätte aber auch Chancen, diese großkoalitionäre Einheitsfront aufzubrechen.

Aus den Reihen der steirischen ÖVP kamen nämlich in diesen Tagen Töne, die darauf hindeuten, dass man von schwarzer Seite durchaus erfreut wäre, wenn man den Landeshauptmannsessel, den man über Jahrzehnte in Graz innehatte, wieder zurückerobern könnte. Bei einem entsprechenden Wahlergebnis wäre dies wahrscheinlich am ehesten in einer Koalition mit den Freiheitlichen machbar. Eine Variante, die es bereits früher in der Zusammenarbeit dem seinerzeitigen FPÖ-Chef Leopold Schöggl und den damaligen ÖVP-Jungstar Gerhard Hirschmann gab.

Nachdem in der Steiermark der Proporzregierung abgeschafft wurde, um damit die FPÖ aus den verantwortlichen Positionen der Landesregierung hinaus zu manövrieren, wird Kunasek zweifellos taktisch alles tun, um die rot-schwarze Einheitsfront zu sprengen. Kaum ein politischer Beobachter zweifelt, dass die ÖVP für den Preis des Landeshauptmannssessels auch dazu bereit wäre.

 

A. M.

 

 

(Bild: Mario Kunasek/Facebook)