Wer braucht schon Griechisch, Latein oder Kunstgeschichte – längst überholt! Die Uni Wien setzt neue Maßstäbe! So findet man am Hauptgebäude seit Neuestem mehrere schillernde Regenbogenflaggen, die einen lebensfrohen Kontrast zum tristen Grau des Historismus abgeben. Und das, obwohl Ulrike Lunacek ihr Diplom längst in der Tasche hat!

Was also ist los in Wien? Ist Alfons Haider gestorben? Studiert Gery Keszler seit Neuestem? Oder gedenkt etwa Klaus Wowereit der Republik im Rahmen eines Staatsbesuches die Ehre zu erweisen? Dafür sprächen immerhin die gleichfarbigen Flaggen an Rathausplatz und Oper. Weit gefehlt! Weder noch!

Vielmehr beabsichtigen wohl einige Lehrstuhlinhaber, der Allgemeinheit ein längst überfällige Erkenntnis bezüglich eines lebenswichtigen Forschungsthemas zu offenbaren: ihres Lebensstils! Und so bietet die Alma Mater höchstderoselbst im Rahmen der „Vienna Pride“ „Regenbogenführungen“ feil. Wer nun astronomische Erscheinungen oder gar eine hauseigene Sternwarte erwartet, wird bitter enttäuscht! Stattdessen darf er an der „Repräsentation von schwulen und lesbischen Lebenskontexten im universitären Betrieb der Vergangenheit und Gegenwart“ teilhaben und muss dafür gerade mal 6 Euro als Erwachsener und – habt Acht! – nur 4 Euro als Grundwehrdiener auslegen. Man könnte ja den Verteidigungsminister briefen, ob er nicht einen Nachmittag dienstfreistellen könnte – für den guten Zweck.

Für „MitarbeiterInnen der Universität“ ist die Sache gar kostenlos … Klar, erstens sind sie unterbezahlt und zweitens: Welcher Gastgeber blecht schon Eintritt? Für Blinde – Verzeihung: Sehbehinderte – und Taube – pardon: Gehörgeschädigte – stellt die Universität sogar „GebärdendolmetscherInnen“ zur Verfügung. Ob dieses unwiderstehliche Angebot wohl einen Aufpreis ausmacht, ist der Internetseite der Universität nicht zu entnehmen. Wahrscheinlich nicht, zahlt ohnehin der Steuerzahler!

Was aber erwartet den Besucher nun bei einer „Repräsentation schwuler Lebenskontexte im universitären Betrieb?“ Gruppensex im Audimax? Wie das wohl die „GebärdendolmetscherInnen“ übersetzen werden? Wir dürfen gespannt sein!

[Text: A.L.; Bild: Ausschnitt events.univie.ac.at]