Fernsehkonfrontationen sind ein untrügliches Zeichen, dass der Wahlkampf in die heiße Phase geht. So war FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache gleich zweimal beim Privatsender Puls 4 im Einsatz. Im ersten TV-Duell diskutierte Strache mit Neos-Chef Matthias Strolz, im zweiten mit der Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Der Chef der Freiheitlichen zeigte sich in beiden Konfrontationen souverän, was auch von einer Blitzumfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM unter 500 repräsentativ ausgesuchten Zusehern bestätigt wurde.

Im Duell H.-C. Strache gegen Strolz zeigten sich in der Wirtschaftspolitik Übereinstimmungen, während etwa in der Einwanderungspolitik die Gegensätze deutlich zutage traten. Aus der Reserve locken konnte Strache den Ober-Pinken, als er erklärte, hinter den Neos stünden Milliarden und Oligarchen wie Hans Peter Haselsteiner. Der Austro-Oligarch unterstützte die Pinken in diesem Jahr mit knapp 400.000 Euro. Deutlich war das Ergebnis der OGM-Umfrage, wer mehr überzeugte: Für 50 Prozent war H.-C. Strache der Sieger, 33 Prozent meinten, es wäre Strolz gewesen.

Nicht zu übersehen waren die ideologischen Gegensätze in der zweiten TV-Konfrontation: Die verbittert wirkende Lunacek – was aufgrund der Umfrageergebnisse nicht verwunderlich ist – wiederholte Altbekanntes und versuchte Strache politisch-korrekt zu schulmeistern, was aber ordentlich danebenging. Denn als H.-C. Strache in die Offensive ging und den Grünen vorwarf, „hasszerfressen und schäbig“ zu sein, war Lunacek sichtlich aus der Fassung gebracht.

Der Polit-Experte und Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer (OGM) kommentierte die Konfrontation Strache/Lunacek dahingehend, dass diese „eindeutig zu Gunsten“ des FPÖ-Obmanns ausgegangen sei, weil Strache „das Tempo vorgegeben hat“. Das sahen auch die Fernsehzuschauer so: 60 Prozent gaben an, H.-C. Strache habe sie insgesamt mehr überzeugt, was bei Lunacek nur 24 Prozent meinten.

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot instagram fpoe_at]