45 kolumbianische Mädchen wurden von US-Soldaten oder sogenannten Vertragsmitarbeiten der US-Armee zwischen 2003 und 2007 sexuell missbraucht, aber keiner vor Gericht gestellt, weil sie Immunität besaßen. Dies geht aus einem Bericht der Versöhnungskommission hervor, die von der kolumbianischen Regierung und der marxistischen Guerilla-Organisation FARC eingerichtet worden war. Im Rahmen des „Plan Colombia“ kämpften US-Soldaten an der Seite der kolumbianischen Armee gegen die FARC und Drogenkartelle.

„Es bestehen reichliche Informationen über sexuelle Gewalt und absolute Straffreiheit dank bilateraler Übereinkommen und diplomatischer Immunität für Beamte der Vereinigten Staaten“, sagt Renan Vega von der Nationalen Universität von Kolumbien in Bogota. Die meisten Straftaten ereigneten sich in Melgar, 98 Kilometer südwestlich von Bogota. In einem Fall haben „Vertragsmitarbeiter“, wie Söldner heute genannt werden, in der Tolemaida-Luftwaffenbasis mehr als 50 minderjährige Mädchen missbraucht und dabei pornografische Videos gedreht.

Ein anderer krasser Fall ereignete sich 2007: Ein US-Sergeant und ein privater Sicherheitsmitarbeiter wurden beschuldigt, auf einem Militärstützpunkt ein zwölfjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurden die beiden rasch in die USA ausgeflogen.

 

B. T.

 

 

(Bild: Maj. Edward Lauer/US-Army/defense.gov)