Frank Stronach hat es stets geleugnet, zuletzt im Nationalrats-Wahlkampf 2013, dass sein Magna-Konzern von den Gegengeschäften in der Folge des Eurofighter-Kaufs profitiert hätte. Nach neuesten Unterlagen, die dieser Tage veröffentlicht wurden, ist es aber doch anders: Geschäfte um rund 100 Millionen Euro soll Magna im Zuge der Eurofighter-Gegengeschäfte gemacht haben.

Dies wäre an sich nichts Besonderes und auch nichts Illegales. Es wirft aber doch ein bezeichnendes Licht auf die politische Situation des Jahres 2002: Wir erinnern uns, dass damals in Folge der Ereignisse rund um Knittelfeld die freiheitlich dominierte blau-schwarze Koalition zusammenbrach und dass eine Reihe der Akteure dann ein merkwürdiges Naheverhältnis zu Stronach und seinem Konzern entwickelten. Karl-Heinz Grasser hatte ja schon vor seiner Regierungstätigkeit für Stronach gearbeitet, Peter Westenthaler durfte dann in der von Stronach finanzierten Bundesliga herumfuhrwerken, Mathias Reichhold wurde gar Weltraumbeauftragter von Magna, und der damalige Gatte der Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, der Innsbrucker Steuerberater Michael Passer, hatte dem Vernehmen nach einen lukrativen Beratervertrag mit Stronach.

Nun sei ein Schelm, wer sich Übles dabei denkt. Auffällig ist aber dennoch, dass eine Reihe von Haider-Epigonen damals das Aus der Regierung absolut zulasten der FPÖ herbeiführten und damit den darauffolgenden triumphalen Wahlsieg der Schüssel-ÖVP ermöglichten. Dass sie gleichzeitig mit einer Flugzeug-Kaufentscheidung befasst waren, die, wie wir heute erfahren, durchaus im Interesse von Stronachs Magna-Konzern stand und dass sie in der Folge dann auch auf der Lohnliste dieses Konzerns vorzufinden waren. Seltsame Zufälle oder?

 

A. M.

 

 

(Bild: Mavila2/wikimedia.org)