Nicht alle Spanier stehen hinter der Entscheidung ihres neuen sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez, die auf dem NGO-Schlepperschiff „Aquarius“ befindlichen illegalen Einwanderer ins Land zu lassen. Dazu dürften auch jene Studenten zählen, die ihre Zimmer im Studentenwohnheim „La Florida“ in Alicante räumen mussten, um 100 sogenannten unbegleiteten Minderjährigen zwischen zwölf und 17 Jahren, die mit der „Aquarius“ gekommen waren, Platz zu machen. Wie das Nachrichtenportal „Intereconomica“ berichtete, wurden die Studenten von den Behörden aufgefordert, ihre Zimmer – für die sie bis zu 750 Euro monatlich zahlen müssen – innerhalb von 24 Stunden zu räumen.

Keine Rolle spielt dabei, dass die Studenten für ihre Unterkunft einen Vertrag abgeschlossen haben, der bis Ende Juni gilt. Denn während der Sommermonate wird „La Florida“ als Jugendherberge genutzt. Die Mutter eines Studenten befürchtet nun erhebliche Nachteile für ihren Sohn. Gegenüber „Intereconomica“ sprach sie ihre Befürchtung aus, ihr Sohn werde, da in den Ferien bereits alles ausgebucht sei, keine Unterkunft in Alicante finden und daher seinen für die berufliche Qualifikation benötigten Deutschkurs nicht mehr fortsetzen können. „Wir haben nichts gegen jene, die Hilfe brauchen, aber es ist ungerecht für meinen Sohn, wenn er aus seiner Unterkunft entfernt wird und in der Mitte seines Studiums auf der Straße steht“, wird die Frau zitiert.

Die Behörden begründen den Rauswurf der Studenten mit einer „Notsituation“, die durch die Ankunft der illegalen Einwanderer entstanden sei. Allerdings sagte die Mutter des Studenten auch, dass ihrem Sohn sowie allen anderen Studenten von den Behörden mitgeteilt worden sei, sie müssen „La Florida“ verlassen, weil die minderjährigen illegalen Einwanderer wahrscheinlich „viele Krankheiten“ haben und deshalb eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Ra Boe; Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany]