Südafrikas Regierungspartei ANC (Afrikanischer Nationalkongress) will Pläne für eine Verfassungsänderung vorantreiben, damit die entschädigungslose Enteignung von Land möglich wird. In einer Rede an die Nation sagte dazu Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa: „Es wurde in öffentlichen Anhörungen vollkommen klar, dass unsere Leute wollen, dass unsere Verfassung die entschädigungslose Enteignung deutlicher regelt“. Schon lange verfolgt der ANC, der kommunistische Wurzeln hat, den Plan, die weißen Farmer, die einen Großteil des Agrarlandes besitzen und mit ihrem Fleiß eine wirtschaftliche Stütze Südafrikas sind, ohne Entschädigung zu enteignen.

Außerdem kündigte Ramaphosa an, der ANC werde nun den parlamentarischen Prozess zur Ermöglichung der entschädigungslosen Enteignung „finalisieren“. Seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 gilt in Bezug auf das Farmland der in Rechtsstaaten übliche Grundsatz „williger Verkäufer, williger Käufer“. Weil aber viele weiße Farmer ihr Land nicht verkaufen wollen, sind sie zur Zielscheibe systematischer Gewalt durch Schwarze geworden. 2017 gab es 94 Morde an weißen Farmern, ihren Angehörigen oder ihren Personal. Obwohl die Weißen in Südafrika nur neun Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellen sie 20 Prozent der Mordopfer.

Allerdings ist in Systemmedien die Gewalt gegen Weiße kein Thema. Eher sorgt man sich um mögliche wirtschaftliche Folgen, wenn in Südafrika die entschädigungslose Enteignung von Land ermöglicht wird. So schreibt die Nachrichtenagentur Reuters, dabei handle es sich um einen Schritt, der „wahrscheinlich Investoren verunsichert“. Welche Folgen eine entschädigungslose Enteignung der weißen Farmer haben kann, zeigt sich in Südafrikas Nachbarstaat Rhodesien (Simbabwe) Die einstige Kornkammer Afrikas geht heute am Bettelstab und muss sogar Getreide importieren.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Hendrik van den Berg; Lizenz: CC BY 3.0]