Bei seinem jüngsten Besuch in Rom behauptete der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, sollte der freiheitliche Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer in die Hofburg einziehen, „hätte nicht nur Österreich, sondern auch Südtirol Probleme“. Mit seiner indirekten Wahlempfehlung für den Grünen Kandidaten Alexander Van der Bellen gibt der Politiker von der angeblich konservativen Südtiroler Volkspartei zu erkennen, was er von jener politischen Kraft in Österreich hält, denen die Anliegen der deutschen Südtiroler besonders wichtig sind. Schließlich sind es die österreichischen Freiheitlichen, die seit Generationen das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler einfordern.

Bei seiner offenen Sympathie für Van der Bellen vergisst Kompatscher auch, dass gerade den Linken die Rechte der altösterreichischen bzw. deutschen Minderheiten und Volksgruppen alles andere als ein Herzensanliegen sind. Ebenso scheint Kompatscher kein Problem damit zu haben, dass seine linken Freunde die Masseneinwanderung nach Europa nach Kräften fördern. Schließlich zeigt die Sache auch, dass es bei den Tirolern neben der Andreas-Hofer-Tradition anscheinend leider auch die Verräter-Tradition eines Franz Raffl gibt.

Merkwürdig erscheint Kompatschers Kritik an Norbert Hofer auch im Hinblick auf mögliche Grenzkontrollen am Brenner. Denn hier fordern die Freiheitlichen zur Bekämpfung illegaler Einwanderer und der damit verbundenen Schlepperkriminalität Kontrollen bei der Salurner Klause, um zu verhindern, dass die Tiroler getrennt werden.

 

[Text: A. M.; Bild: Dragan Tatic/wikimedia.org]