Das Prestigeprojekt von SPÖ-Kulturminister Josef Ostermayer, in der Neuen Hofburg in Wien ein „Haus der Geschichte“ zu errichten, könnte die Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Wie von der Austria Presse Agentur befragte Museumsexperten erklären, werden die Errichtungskosten nicht elf Millionen Euro, sondern zwischen 25 und 60 Millionen Euro betragen. Auch heißt es, Ostermayer sei „schlecht beraten“ worden. Ebenso zweifeln die Experten, dass das „Haus der Geschichte“ wie angekündigt 2018 eröffnet werden kann.

Beim „Haus der Geschichte“ scheinen die Kosten merkwürdigerweise keine Rolle zu spielen. Anders war es bei der Umgestaltung des „Weltmuseums“ (vormals: Völkerkundemuseum), das zum Kunsthistorischen Museum gehört. Hier wurde im Spätherbst 2014 die Neukonzeption abgelehnt, weil zu den 27 Millionen bereits budgetierten Umbaukosten eine Erhöhung der jährlichen Basisabgeltung um 2,3 Millionen Euro dazugekommen wäre.

Mit dem „Haus der Geschichte“ will die SPÖ ihre Deutungshoheit über die Zeitgeschichte festigen und weiter ausbauen. Denn mit der Erstellung eines Konzepts für dieses Museum hat Ostermayer den Wiener Zeithistoriker Oliver Rathkolb beauftragt, dem ein roter Stallgeruch nicht abgesprochen werden kann. Rathkolb war Direktor des Bruno-Kreisky-Archivs und wissenschaftlicher Koordinator des Bruno-Kreisky-Forums für internationalen Dialog.

 

B. T.

 

 

(Bild: Vivisel/wikimedia.org)