Syrien: EU darf zahlen, aber nicht mitreden

 

Am Rande der UNO-Generalversammlung in New York sprachen die Großmächte auch über Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs in Syrien. Sofern diese zustande kommen, werden die Europäer mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mit am Tisch sitzen – obwohl sie die Hauptlast der Masseneinwanderung aus dem Bürgerkriegsland zu tragen haben. Wie die „Times of Israel“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, wollen die Europäer für Syrien ein den Iran-Verhandlungen ähnliches Format. Bei den Gesprächen zur Beendigung des jahrelangen Streits über das iranische Atomprogramm verhandelte Teheran mit den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Doch die USA scheinen kein Interesse daran zu haben, dass diesmal ihre europäischen Vasallen mit von der Partie sind. „Die Amerikaner wollen eine engere Gruppe, ohne die Europäer“, schreibt die „Times of Israel“. Und „die Amerikaner wollen jegliche Verhandlungen auf sich selbst, die Russen, den Iran, Saudi-Arabien und die Türkei beschränken“.

Russland will hingegen einen größeren Teilnehmerkreis. Außenminister Sergej Lawrow nannte in diesem Zusammenhang neben seinem Land und den USA den Iran, Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten, Jordanien, Katar und China. Die EU oder ein wichtiges EU-Land wie Frankreich oder Deutschland erwähnte Lawrow hingegen nicht. Die scheint mit ihrer hündischen Gefolgschaft den USA gegenüber und den dummen Sanktionen Russland ordentlich verärgert zu haben.

 

B. T.

 

 

(Bild: Voice of America News: Scott Bob report from Azaz, Syria/wikimedia.org)