Russland will den seit Februar 2011 tobenden Krieg in Syrien beenden. Seit Anfang Oktober fliegt die russische Luftwaffe Angriffe gegen Stellungen der Terrormilizen des IS, aber auch der Rebellen, die gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kämpfen und von den USA unterstützt werden. Nun scheint sich das Blatt zugunsten von Assad, der für ein berechenbares, laizistisches Syrien steht, zu wenden. Denn am 8. Oktober gab der syrische Generalstabschef Ali Abdullah Ajub eine Gegenoffensive der Regierungstruppen bekannt: „Die syrischen Streitkräfte haben heute eine großangelegte Offensive gestartet, um die Terrorgruppen zu besiegen und die Gegenden und Dörfer zu befreien, die unter dem Terror und seinen Verbrechen gelitten haben.“

Im Hintergrund zieht jedoch Moskau die Fäden. Russland werde sein Vorgehen in Syrien „mit den Einsätzen der syrischen Armee auf dem Boden“ koordinieren, sagte Präsident Wladimir Putin. Damit hat Putin den USA das Heft aus der Hand genommen.

Insgesamt kann Russland, das über gute Beziehungen zum Iran verfügt, mit der Annäherung Bagdads und der Schützenhilfe für Assad dem US-Hegemonialstreben im Nahen Osten einen ordentlichen Dämpfer versetzen. Darauf reagiert die Weltmacht beleidigt und wirft Russland vor, die Dinge in Syrien nur unnötigerweise weiter zu verschlimmern. „Die russische Intervention in Syrien stellt eine neue und noch gefährlichere Phase im Albtraum des anhaltenden syrischen Bürgerkriegs dar“, schreibt etwa Jeremy Shapiro von der einflussreichen US-Denkfabrik Brookings Institution in der „New York Times“.

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Text: B. T.
Bild: Presidential Press and Information Office/wikimedia.org