Während nach den jüngsten Geschehnissen in Würzburg, München und Ansbach heiß darüber debattiert wird, ob die Bundeswehr zur Unterstützung der Polizei im Inneren eingesetzt werden soll, setzt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen scheinbar ihren Vernichtungsplan für die Bundeswehr fort. Erst vor einigen Tagen erregte sie mit dem Gedanken, die Bundeswehr für EU-Ausländer zu öffnen, den Unmut des Bundeswehrverbandes. In einem Richtlinienpapier der Bundesregierung hieß es: „Nicht zuletzt böte die Öffnung der Bundeswehr für Bürgerinnen und Bürger der EU nicht nur ein weitreichendes Integrations- und Regenerationspotenzial für personelle Robustheit der Bundeswehr, sondern wäre auch ein starkes Signal für eine europäische Perspektive.“

„Die deutsche Staatsangehörigkeit ist für uns elementar und muss es bleiben — wegen des besonderen gegenseitigen Treueverhältnisses von Staat und Soldat und der gesetzlichen Verankerung“, so der Verbandschef der größten Interessenvertretung für Soldaten, André Wüstner, in Richtung Ministerin.

Nun setzte von der Leyen noch einen drauf. In einem „Pilotprojekt“ sollen 100 Flüchtlinge bei der Bundeswehr in zivilen Fähigkeiten ausgebildet werden. Es geht um Handwerk, Technik, Medizin und Logistik. „Die Bundeswehr ist einer der größten und vielseitigsten Arbeitgeber Deutschlands. Wir bilden über 100 Berufe aus: vom Elektriker bis zum Feuerwehrmann, vom Maurer bis zum Wassertechniker, vom Minenräumer bis zum Sanitäter, vom Logistiker bis zum Verwaltungsexperten. Die Idee ist, dass sie eines Tages nach Syrien zurückgehen und beim Aufbau helfen“, so van der Leyen. Normalerweise ist zwar für einen Ausbildungsplatz bei der Bundeswehr ein Haupt- oder mittlerer Bildungsabschluss von Nöten, aber für die bestens ausgebildeten Fachkräfte aus Syrien ist dies sicher keine Hürde. Ein besonderer Bonus dürfte zudem auch noch der Zugang zu militärischen Komplexen sein, was der inneren Sicherheit vermutlich auch nicht abträglich ist.

 

[Text: M. H.; Bild: Powidl/wikimedia.org]