In der Bundesrepublik Deutschland sind 43 Prozent der „Flüchtlinge“, die als „unbegleitete Minderjährige“ von den zuständigen Behörden betreut werden, offiziell älter als 18 Jahre alt und somit Erwachsene. Das berichtete die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Zahlen des Familienministeriums. Demnach waren mit Stichtag 8. November von den 55.890 Einwanderern, die sich in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit befanden, 24.116 sogenannte junge Volljährige gewesen.

Beim Phänomen der „erwachsenen Jugendlichen“ handelt es sich um eine besondere Form des Asylmissbrauchs, da Jugendliche, die als Asylwerber ins Land kommen, de facto nicht abgeschoben werden können. Daher vernichten junge Einwanderer ihre Dokumente und geben sich als Minderjährige aus. Hat der für die Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen zuständige Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) Zweifel am Alter eines „Jugendlichen“, dann wird das tatsächliche Alter ermittelt, etwa mit Röntgenbildern der Hand- oder Kieferknochen.

Die offiziellen Zahlen aus Hamburg belegen, dass bei dieser Form des Asylmissbrauchs ein starker Anstieg zu verzeichnen ist. Befanden sich 2010 in der Hansestadt 420 unbegleitete Minderjährige in der Obhut der Jugendwohlfahrt, so waren es 2016 1.265. Und im vergangenen Jahr war fast die Hälfte (47 Prozent) volljährig! Die „Minderjährigen“ werden solange in der Statistik geführt, bis ihre Volljährigkeit erwiesen ist. Auffällig ist auch, dass die überwiegende Mehrzahl der „Minderjährigen“ männlich ist. 2016 machten weibliche Jugendliche in Hamburg lediglich neun Prozent aus.

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]