Am Wochenende forderte die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic auf dem europäischen Forum in Alpbach ein Umdenken der EU in der aktuellen Russlandpolitik. „Wir stehen Russland in der Ukraine-Krise entgegen. Doch wir müssen mit Russland bei der Lösung der Syrien-Krise und anderer Krisen zusammenarbeiten“, sagte sie, da nach ihrer Einschätzung die zehntausenden Flüchtlinge, die aus dem Nahen Osten und Nordafrika in die EU strömen, erst der Anfang seien und die Europäische Union Russland zur Lösung des Syrien-Konfliktes benötige.

Diese Worte scheinen jedoch ungehört verhallt zu sein. Nun nahm hingegen die lange angekündigte „Russland-Taskforce“ der EU ihre Arbeit auf. Die Gruppe von Kommunikationsexperten soll gegen russische „Propaganda“ vorgehen.

Europas Staats- und Regierungschefs hatten die EU-Kommission im März aufgefordert, eine Arbeitsgruppe für „strategische Kommunikation“ zu gründen. Die Taskforce soll russische Medien auswerten und „offensichtliche Lügen“ identifizieren. Ziel ist es, die Sachlage richtig zu stellen und kommentierte Berichte an die Mitgliedstaaten weiterzugeben, damit diese gegen Falschaussagen und Verzerrungen vorgehen könnten. Gleichzeitig soll auf Russisch über Websites oder soziale Netzwerke „proaktiv über Politik und Werte der EU“ informiert werden. Das EU-Kommunikationsteam soll darüber hinaus auch „unabhängige Medien in Russland unterstützen“.

 

M. H.

 

 

(Bild: Kremlin.ru)