Erstaunlich, wie religiös die Alpenrepublik plötzlich wird, wenn’s um Urlaub geht! Die Regierung war also aufgrund eines EuGH-Urteils gezwungen, die Ungleichbehandlung der Protestanten und Altkatholiken hinsichtlich eines zusätzlichen Feiertags, des Karfreitag, zu beheben. Also beschloss man, den Karfreitag als Feiertag zu streichen. Dafür wird jedem die Möglichkeit eingeräumt, einen eigenen Feiertag aus dem Urlaubskontingent zu definieren und zu beanspruchen. Arbeitet man freiwillig an diesem Tag, wartet der doppelte Lohnzuschlag.

Also eigentlich eine ganz vernünftige Lösung. Noch unkomplizierter wäre es gewesen, den Karfreitag einfach ersatzlos zu streichen. Aber man wollte eben auf die Protestanten eine Schritt zugehen und präsentierte sogar eine nicht unkomplizierte Ersatzregelungen.

Dennoch reagierte der Protestanten-Bischof Michael Bünker mit heftiger Kritik. Sogar ein Protestmarsch war geplant. Ausgerechnet Bünker, der sonst bei jeder Gelegenheit der Gleichbehandlung das Wort redet, rittert hier also um Privilegien für seine Schäfchen. In Wahrheit ein lächerlicher Angriff auf die Regierung und ihre Organwalter.

[Text: A.L.; Bild: www.wikipedia.org/Werner Leonhardt; Lizenz: CC BY-SA 3.0 AT]