Die deutsche Restminderheit in Slowenien ist immer noch Anfeindungen ausgesetzt. Wie die Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer kürzlich mitteilte, wurde im Dezember 2018 ein Anschlag auf eine Gedenktafel der Heimatvertriebenen in der Nähe von Marburg an der Drau verübt. Unbekannte Täter besprühten die Tafel mit roter Farbe und sprühten in slowenischer Farbe das Wirt „Ungeziefer“ darauf.

Das ist Schlag in die Magengrube der noch lebenden heimatvertriebenen Untersteirer. 1945 wurden in Slowenien unter dem Terrorregime des kommunistischen Diktators Tito tausende Menschen teilweise bestialisch ermordet. Bei den Opfern handelte es sich um deutsche Wehrmachtsangehörige, Antikommunisten oder um Angehörige der deutschen Volksgruppe. Nach der Unabhängigkeit Sloweniens Anfang der 1990er Jahre wurde in einem Wald bei Areh am Bachern eine Gedenktafel an diese grausamen Verbrechen errichtet.

Auffällig ist, dass die nunmehrige Verhöhnung der Tito-Opfer in den slowenischen Medien mit keinem Wort erwähnt wurde. Die Deutsche Weltallianz (DWA) hingegen verurteilt diesen Anschlag auf das Schärfste und ersucht das österreichische Außenministerium, gegenüber Slowenien Protest gegen diesen Anschlag zu erheben. DWA-Präsident Peter Wassertheurer erinnert an dieser Stelle an die Worte der österreichischen Außenministerin Dr. Karin Kneissl, die sich dafür ausgesprochen hat, sich für die Belange der deutschen Minderheit in Slowenien einzusetzen. „Dieser Anschlag wäre eine gute Möglichkeit, um den Worten Taten folgen zu lassen“, meint Wassertheurer. Abschließend erklärt Wassertheurer noch, dass der lasche Umgang Sloweniens mit der eigenen antifaschistischen Vergangenheit, die immer noch glorifiziert und in der öffentlichen Wahrnehmung unkritisch reflektiert wird, solche Anschläge möglich machen.

[Text: B.T.; Bild: DWA/Deutsche Weltallianz; Lizenz: -]