Während sich in der heimischen Bevölkerung ein(e) Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth stürmischer Ovationen erfreuen kann, werden Schwule in anderen Kulturkreisen gar nicht so gerne gesehen. Als dieser Tage ein mittlerweile 18-jähriger Libanese in Berlin gegen seinen Vater und seinen Onkel wegen Folter und Entführung aussagte, konnte man mitverfolgen, wie sich unser politisch-korrektes System windet, wenn es mit der Realität konfrontiert wird. Mit 15 Jahren wurde der, sich damals als schwul zu erkennen gebende Nasser, von seinen Verwandten gefoltert und entführt, man wollte ihn in seiner Heimat zwangsverheiraten oder gar töten. An der Grenze zu Rumänien wurden die Libanesen aber aufgegriffen und der Junge kam zurück nach Deutschland in staatliche Obhut.

Seltsamerweise kam es erst jetzt zu einem Verfahren gegen die Täter und die „abschreckende“ Strafe gegen die beiden Angeklagten verdient die Bezeichnung „Strafe“ wohl kaum, denn 1.235 € Geldstrafe für Folter und Entführung ist wohl nur als schlechter Scherz zu bezeichnen. Stellt sich die Frage mit welcher Strafe wohl ein Deutscher zu rechnen hätte für dieselben Verbrechen?

Das in vielen Einwanderer- und Asylantenkreisen die Einstellung gegenüber Homosexuellen alles andere als Tolerant ist, dokumentiert der Satz eines schwulen russischen Flüchtlings über seine Mitbewohner im Asylantenheim: „In den Lagern gehörte jeder zu einer Gruppe, Tschetschenen, Kurden, Araber. Nur ich war allein. Wenn ich gesagt hätte, dass ich schwul bin, hätte man mich in kleine Stücke geschnitten.“

 

H. W.

 

 

(Bild: Markus Daams/Flickr)