Schenkt man der österreichischen Bischofkonferenz Gehör, merkt man nur allzu schnell, dass die tiefe Verwurzelung in katholische Glaubenssätze längst vorbei ist. Weit und breit kein Alfons Maria Stickler oder Kurt Krenn, der die Öffentlichkeit etwa vor einer „dritten Türkenbelagerung“ warnt, anstatt ihr verlogene Toleranzparolen vorzusäuseln.

Stattdessen herrschen Fernstenliebe und der übliche Caritas-Einheitsbrei vor. Das zumindest beweisen die beiden jüngsten Wortspenden der österreichischen Oberhirten: Zum Einen warnte gar die gesamte Bischofskonferenz vor dem von der türkis-blauen Bundesregierung geplanten Kopftuchverbot in Kindergärten. Fragt sich nur wen? Schließlich sind die Hauskapellen der Altersheime wohl die einzigen und letzten voll besetzten Gebetsräume. Dennoch stellen die Herrschaften die provokante Frage: „Begegnet diese Maßnahme einem tatsächlichen, in signifikantem Ausmaß auftretenden Problem?" Wie wär’s mit einem Blick in Wiens Schulen und Kindergärten, meine Herren?

Zum Anderen wirft der Linzer Bischof Manfred Scheuer – eine missglückte Franziskus-Ernennung – in seinem Kirchenblättchen der Regierung „kompromisslose Abschiebungspraxis“ vor. Die Gesellschaft werde durch Ausländer „nicht ärmer, sondern reicher“. Woran? An Vergewaltigungen oder an Messerstechereien?

Das also sind die neuesten Wünsche der katholischen Oberhirten für ihre fromme Herde! Nach zwei Jahrtausenden unerbittlichen Kampfes und stetiger Bewährung gibt sich die Kirche also selbst auf. Nach Kreuzzügen. Christianisierung. Und Türkenabwehr. Soviel edelmütiges Blut – so sinnlos vergossen? Adieu, Katholizismus!

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Evangelische Kirche in Österreich; Lizenz: CC BY-SA 2.0]