Das aktuelle Gebaren der SPÖ dient offenbar dazu, die Spottlust von Zynikern zu stillen. Anders sind die unzähligen Steilvorlagen für die Regierungsparteien sowie für Kabarettisten nicht mehr zu erklären. Nachdem Herr Kern seinen Rückzug aus der Politik intern angekündigt hatte, was stundenlang durch die Medien geisterte, um sich dann von der Partei zu einer Europakandidatur überreden oder gar nötigen zu lassen, musste man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man statt der ZiB 2 versehentlich „Dorfers Donnerstalk“ eingeschaltet hatte.
Und wie so oft im Leben – wenn es läuft, dann läuft es. Oder eben, wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Der SP-Bundesgeschäftsführer, also der Mann, der den Haufen eigentlich zusammenhalten sollte, erklärt ernsthaft: „Was es jetzt braucht, ist Liebe.“ Wirbt Herr Lercher um Wähler oder um eine Partnerin auf einer Online-Dating-Plattform? Die Kernnachfolgefrage wurde schließlich nach einigen Absagen mittels Frau Joy Pamela Rendi-Wagner gelöst. Nun ist ein Name Privatsache, jedoch kann man manche Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Sozialisierung ziehen.
Ein Vorsitzender ist zugleich Programm. Jung, gebildet, urban, progressiv, welches gemäß Wählerstromanalysen ohnehin einen großen Teil der SP-Anhänger ausmacht. Neben dem immer größer werdenden Anteil an Migranten, die mit Hilfe von Sozialleistungen bei der Stange gehalten werden und gleichzeitig ein Gesellschaftsbild vertreten, dass nicht von diesem Kontinent ist. Somit ist die Fortsetzung des Dilemmas vorprogrammiert. Der Verfasser dieser Zeilen wurde vor kurzem wieder Einblick in den Alltag von Arbeitern gewährt. Als Reserveoffizier ist man derben Umgangston gewöhnt und schätzt den Facharbeitercharme.
Zugleich wurde vor Augen geführt, warum die jetzige SPÖ für die Mehrheit der heimischen Arbeiterschaft langfristig nicht mehr wählbar ist. Eine prototypische Gender- Prinzessin hätte am Ende dieses Tages Ohrenbluten bekommen ob der politisch inkorrekten Dialoge.

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