Wenig Verständnis für die Auswüchse des Zeitgeists herrscht in Paraguay. Das musste ein Spielzeughändler in der Stadt Ciudad del Este erkennen, der Babypuppen des Modells „Bebe Mania Xixi“ im Sortiment hatte. Diese Babypuppe entspricht vollkommen den Vorgaben der politischen Korrektheit: Die Puppe ist rosa gekleidet, trägt eine Schleife im Haar und hat einen Penis. Nach Beschwerden mehrerer empörter Bürger schritt die Stadtverwaltung nun ein und schloss den Laden vorübergehend.

Bürgermeisterin Sandra McLeon rechtfertigte die Schließung folgendermaßen: „Solange ich Bürgermeisterin bin, werden solche Artikel nicht verkauft.“ Ausdrücklich wies sie darauf hin, dass ihre Stadt „pro Familie“ sei.

Aber nicht nur in Ciudad del Este, sondern in Paraguay insgesamt hat der Schutz der aus Mann, Frau und Kindern bestehenden Familie einen sehr hohen Stellenwert. Im vergangenen Jahr wurden in diesem südamerikanischen Land Lehrpläne, in denen der „sexuellen Vielfalt“, also der Homosexualität oder der Polygamie gehuldigt wird, aus den Schulen verbannt. „Wir werden die Genderideologie nicht unterstützen“, stellte Bildungsminister Enrique Riera klar. Denn „wir richten uns nach dem aus, was in der Verfassung steht, die sagt, dass die Ehe (nur) zwischen Mann und Frau besteht.“

 

[Text: B. T.; Bild: Va de Carro]