Es ist keine große Überraschung, dass die Bürger zunehmend das Vertrauen in ihre Politiker verlieren. Die Asylkrise, sprunghaft steigende Kriminalität und ein von der Politik als „subjektiv“ bezeichnetes Unsicherheitsgefühl sorgen dafür, dass immer mehr Bürger zur Selbsthilfe greifen. So stieg bekanntlich auch die Nachfrage nach dem sogenannten „kleinen Waffenschein“ in Deutschland sprunghaft an. Dies aber scheint bei der Nomenklatura mit Sorge beobachtet zu werden. Etwa auch beim baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU). Nach aktuellen Zahlen hätten dort bereits 60.000 Bürger einen kleinen Waffenschein, 2015 waren es noch 40.000. Den Grund für den Anstieg sieht Strobl in den Übergriffen der Silvesternacht in Köln durch ausländische Männergruppen.

Statt allerdings Konsequenzen zu ziehen, verfällt der CDUler in typisches Politikergeschwätz, denn er möchte das Sicherheitsgefühl der Bürger erneut stärken und betont, dass die Polizei hervorragende Arbeit leiste und erklärt: „Es gibt überhaupt keinen Grund dafür sich zu bewaffnen“. Zugleich rät er den Bürgern auch davon ab, sich in Selbstverteidigung zu üben. Ob Strobl, der als Innenminister Baden-Württembergs vermutlich öfter von Personenschützern begleitet wird, diesen ähnliche Tipps gibt oder sie gar gänzlich zu Hause lässt, ist unbekannt.

Auch Frank Scheulen vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen stößt ins gleiche Horn und empfiehlt, sollte man sich in einer bedrohlichen Situation befinden, lieber durch lautes Schreien oder Trillerpfeifen auf sich aufmerksam zu machen. Nachts, in wenig belebten Gegenden, sicher eine profunde Abwehrmaßnahme.

 

[Text: M. H.; Bild: Markus Bärlocher/wikimedia.org]