s war eine klare Sache: Mit 97 zu 2 Stimmen sprach sich der US-Senat für die Aufnahme Montenegros in die NATO aus. Die beiden Gegenstimmen kamen von den republikanischen Senatoren Mike Lee und Rand Paul. Vor allem Paul hatte versucht, die Zustimmung zum NATO-Beitritt Montenegros zu verhindern. Er verwies darauf, dass es fraglich sei, welchen Beitrag der kleine Balkanstaat mit seinen gerade einmal 2.000 Soldaten zur Sicherheit der Vereinigten Staaten und der übrigen Mitglieder des Nordatlantikpakts leisten könne. Zudem meinte Paul, mit Montenegro würde ein „ein weiteres Land dem Wohlfahrtszug der NATO angeschlossen werden“.

Im Senat konnte sich jedoch das Lager um den einflussreichen republikanischen Senator John McCain durchsetzen. Der Gegner der von Präsident Donald Trump beabsichtigten Normalisierung der Beziehungen zu Moskau unterstellte Paul, „für den russischen Präsidenten Putin“ zu arbeiten.

Mit der Zustimmung zum NATO-Beitritt Montenegros sabotiert auch die republikanische Mehrheit im Senat Präsident Trump. Denn es wird die bisherige Politik der Provokation Russlands fortgesetzt, was der republikanische Mehrheitsführer (Fraktionsvorsitzende) Mitch McConnell auch bestätigt: „Mit dem Wiedererstarken Russlands und der Suche nach einer Großmacht hat die NATO bemerkt, dass sie sich auch für westliche Demokratien einsetzen muss.“ Dass in Montenegro die Korruption blüht und Milo Djukanovic, die in den vergangenen 25 Jahren entweder als Präsident oder als Regierungschef dem Balkanstaat wie kein anderer seinen Stempel aufgedrückt hat, in den organisierten internationalen Zigarettenschmuggel verwickelt sein soll, ist hingegen kein Problem für die USA.

In Montenegro selbst ist der Beitritt zum Nordatlantikpakt höchst umstritten. In einer im Dezember veröffentlichten Umfrage sprachen sich 50,12 Prozent gegen eine NATO-Mitgliedschaft des erst seit 2006 unabhängigen Staates aus. Zudem kommt es immer wieder zu Demonstrationen, bei denen Bilder hochgehalten werden, die Opfer der NATO-Bomben von 1999 zeigen. Damals noch Teil Jugoslawiens, war auch Montenegro Schauplatz des Bombenkriegs der NATO.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]