In den Medien wird gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump kampagnisiert, was das Zeug hält. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sich der Milliardär mit der originellen Frisur in der Hochfinanz und in der Wall Street mächtige Feinde gemacht hat. Trump will nämlich den zweiten Glass-Steagall Act, ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1933, das von Präsident Bill Clinton 1999 aufgehoben wurde, wieder in Kraft setzen.

Der Glass-Steagall Act schreibt der Finanzindustrie eine Trennung zwischen traditionellem Bankgeschäft und dem risikoreichen sogenannten Investmentbanking vor. Wie der US-Historiker Eric Zuesse schreibt, soll mit dieser Regelung verhindert werden, dass „die Wall Street mit Spareinlagen zockt – mit Vermögenswerten zockt, die so bedeutend sind, dass die Regierung politisch gezwungen wäre, zum Schutz von Millionen Menschen, von Sparern, die niemals einen Fehler gemacht haben, einzugreifen.“ Mit anderen Worten: Der Glass-Steagall Act soll verhindern, dass Spekulanten Gewinne einstreifen, während die Allgemeinheit und damit die Steuerzahler die Kosten von Bankenpleiten zu tragen haben. Die fehlende Trennung zwischen traditionellem Bankgeschäft und Investmentbanking war auch eine der Hauptursachen für den Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Die Hochfinanz hat natürlich kein Interesse daran, dass sie zur Verantwortung gezogen wird und wünscht sich, dass alles so bleibt, wie es ist. So sagte Rob Nichols, Präsident der US-Bankenvereinigung American Bankers' Association, die von den Branchenriesen kontrolliert wird, in einem Interview: Trumps Forderung bedeute eine „Rückkehr zur Regulierung der großen Depression (in den 1930er Jahren, Anm.) und würde die Fähigkeit der Banken, unsere Wirtschaft vorwärts zu bringen, einschränken“. Zahlreiche namhafte Wirtschaftswissenschafter halten Aussagen wie diese für blanken Unsinn.

 

[Text: B. T.; Bild: Vlad Lazarenko/wikimedia.org]