Es wäre eines manierlichen Staatenmannes unwürdig, den Gastgeber eines fremden Landes zu brüskieren oder gar visuell in den Hintergrund zu drängen. Das weiß auch Donald Trump. Er weiß allerdings genauso, dass seine bildfüllende Erscheinung, seine unminderbare Präsenz, sein medienwirksames Auftreten gezwungenermaßen alle Blicke auf sich zieht und jeden anderen – selbst Queen Elisabeth – in den Schatten stellt.

Und so ließ der wohl in gebotener Demut geläuterte Staatsgast Trump dem englischen Staatsoberhaupt, seiner „Kollegin“, der Queen, vor der Kulisse des prachtvollen Schlosses Windsor einige Minuten Zeit, sich gebührlich in Szene zu setzten – wie es sich eben gehört!

Und der Plan ging auf. Erst nachdem die Königin in ihrem blauen Seidenkleide in eleganter Erscheinung die Blicke des Militärs und der geladenen Gäste zur Genüge gesättigt hatte, traf der hoffnungsvoll erwartete Präsident des mittlerweile schon seit geraumer Zeit emanzipierten Kolonialstaates in Windsor Castle ein – samt Melanie, die der formvollen Erscheinung der Queen selbstverständlich keinerlei Konkurrenz zu machen verstand, ja, geradezu alt und blass anmutete gegen die frische Jugendlichkeit der nicht einmal hundertjährigen Königin.

Ein gelungener Empfang. Und dennoch schreibt sich eine Vielzahl munterer Journalisten die Finger wund – was die alle wollen …

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Dan Scavino Jr.; Lizenz: PD-USGov.]