Alexis Tsipras nimmt kein Blatt vor den Mund. „Die Rettungsaktion ist gescheitert“, sagte der neue griechische Ministerpräsident am 8. Februar bei seiner Rede vor dem Parlament in Athen. Zudem werde man nicht über die Souveränität Griechenlands verhandeln, denn die bisher gemachten Fehler dürften nicht fortgesetzt werden.

Athen erhielt von der EU bzw. deren Mitgliedstaaten Hilfszahlungen in Höhe von 240 Milliarden Euro. Als Gegenleistung musste sich das Land zu einem harten Sparkurs verpflichten, was zu einem dramatisch Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Verarmung breiter Teile der Bevölkerung geführt hat. Und dies führte wiederum zu einem klaren Wahlsieg von Tsipras’ linksextremer Syriza-Partei bei den Parlamentswahlen am 25. Jänner.

Unterdessen warnte der neue griechische Finanzminister Jannis Varoufakis vor einem Zusammenbruch der Euro-Zone. „Der Euro ist instabil wie ein Kartenhaus“, sagte er in einem Interview des italienischen Senders RAI. „Wenn man die griechische Karte herauszieht, werden die anderen zusammenfallen.“ So seien etwa die Schulden Italiens nicht tragbar. Damit wird immer deutlicher, dass es zu einem Schuldenschnitt für Athen kommen wird. Und die Zeche werden die Steuerzahler, insbesondere jene in den wohlhabenden EU-Staaten wie Deutschland, Österreich oder den Niederlanden zu zahlen haben.

 

B. T.

 

 

(Bild: FrangiscoDer/wikimedia.org)