Auch sicherheits- und verteidigungspolitisch will sich die Türkei, obwohl NATO-Mitglied, vom Westen unabhängiger machen. Daher gab der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz bekannt, dass Ankara von China das FD-2000-System zur Abwehr von Langstreckenraketen beziehen wird. Das Volumen des Rüstungsgeschäfts beläuft sich auf 3,4 Milliarden US-Dollar.

Für Verstimmung mit wichtigen NATO-Partnern, allen voran den USA, dürfte der Umstand sorgen, dass westliche Rüstungskonzerne nicht zum Zug kamen. So hatten sich das US-Unternehmen Raytheon, der Hersteller des Patriot-Raketenabwehrsystems, und der französisch-italienische Konzern Eurosam mit seinem SAMP/T-System um den Auftrag beworben.

Darüber hinaus kann das chinesische Raketenabwehrsystem nicht mit entsprechenden Systemen des Nordatlantikpaktes verkoppelt werden. „Das in Frage kommende System wird ins nationale Verteidigungssystem der Türkei integriert werden, aber ohne Eingliederung in die NATO verwendet werden“, sagte Yilmaz. Aufgrund des Zuschlags an die Chinesen sollen bei anderen NATO-Staaten die Sicherheitsbedenken gegenüber der Türkei wachsen, berichten Medien.

B. T.

 

(Bild: JiangKang/wikimedia.org)